Daniel Altmaier US Open 2025

Die Statistik konnte sich sehen lassen, als am Dienstag klar war: fünf von sechs deutschen Profis hatten die zweite Runde erreicht. Nachdem Jan-Lennard Struff bereits am Mittwoch mit einem grandiosen Sieg über den gesetzten Holger Rune in die dritte Runde einzog, lagen am Donnerstag die Hoffnungen auf Eva Lys, Laura Siegemund, Daniel Altmaier und Alexander Zverev.

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US Open 2025: Eva Lys muss aufgeben

Doch der Tag startete nicht gerade vielversprechend, als Lys in ihrer Partie gegen Linda Noskova aufgeben musste. Bereits in den vergangenen Wochen hatte die 23-Jährige wegen ihrer rheumatischen Krankheit immer wieder körperliche Probleme. Bei ihrem Heimatturnier in Hamburg im Juli musste sie auf die Teilnahme verzichten. Zuletzt erreichte sie das Viertelfinale in Cleveland und konnte dort ebenfalls wegen Rückenschmerzen nicht antreten. Nach ihrem Erstrunden-Sieg gegen Francesca Jones in New York, bestätigte sie zwar, dass sie ihren Rücken spüre, aber sie dennoch spielen könne.

Am Donnerstag zwangen sie die Probleme dann schließlich zur Aufgabe in der zweiten Runde. Noch im ersten Satz ließ sich Lys behandeln, spielte aber weiter. Als sie mit 4:6, 0:3 zurücklag, beendete sie die Partie vorzeitig. Gegenüber Sky Sport sagte sie: „Es ist sehr enttäuschend, das sieht man auch an meinem Gesicht.“

Den genauen Grund für ihre Aufgabe ließ sie aus, aber es war zu beobachten, dass sie sich immer wieder an den Rücken griff.

„Es ist natürlich ein großes Thema“, sagte sie weiter über ihre Autoimmunerkrankung. „Aber ich versuche, es nicht an die große Glocke zu hängen und schnell abzuhaken. Wenn es nicht geht, geht es nicht. […] Irgendwann ist es zu viel für meinen Körper.“

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Siegemund zündet den Turbo nach Fehlstart

Auch Laura Siegemund hatte in den vergangenen Wochen vermehrt mit Verletzungsbeschwerden zu kämpfen. Zuletzt bestätigte sie, dass fast zehn Tage lang nicht richtig trainieren konnte. Beide Matches in New York absolvierte sie mit einem bandagierten Oberschenkel.

Doch von Verletzungsbeschwerden ließ sich Siegemund am Donnerstag gegen Anastasia Zakharova dann wenig anmerken – und das, obwohl sie erstmal einen Fehlstart hinlegte. Mit 0:3 geriet die Weltranglisten-52. Im ersten Durchgang in Rückstand, doch dann startete sie voll durch.

„Es war sehr schwierig, eigentlich habe ich mich nicht so gut gefühlt. Zumal sie eine unangenehme Gegnerin ist“, gestand Siegemund im Interview mit „sporteurope.tv“.

„Irgendwie habe ich dann doch den Turbo gezündet und meinen Rhythmus und meine Beinarbeit gefunden“, erklärte sie weiter.

Nach einer Stunde und 48 Minuten verwandelte sie schließlich ihren zweiten Matchball und sicherte sich mit einem 6:4, 6:2-Sieg den Einzug in die dritte Runde, wo sie am Samstag auf Ekaterina Alexandrova treffen wird.

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US Open 2025: Zverev siegt souverän

Mit Alexander Zverev hat ein weiterer deutscher Profi seine Zweitrunden-Aufgabe gemeistert und sich einen Platz in Runde drei erarbeitet. Der Weltranglisten-Dritte bezwang in der Nightsession im Louis Armstrong Stadium den vier Jahre jüngeren Briten Jacob Fearnley mit 6:4, 6:4, 6:4.

„Es war gut. Ich denke, es war besser als die erste Runde“, sagte Zverev nach der Partie. „Jacob spielt sehr gut. Deshalb bin ich froh, dass ich in klaren Sätzen gewonnen habe.“

Zverev dominierte vor allem bei eigenem Aufschlag: Nur zwei Spiele gab er ab, holte die Breaks aber jeweils zurück. Fearnley hingegen haderte vor allem mit seinem zweiten Service, schlug zwölf Doppelfehler und kassierte einige gute Returns auf seinen zweiten Aufschlag.

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Weiterhin ohne Satzverlust zog Alexander Zverev in die dritte Runde der US Open 2025 ein.

Weiterhin ohne Satzverlust zog Alexander Zverev in die dritte Runde der US Open 2025 ein. 

Zverev: „Mein Level war ganz anständig“

Nachdem Zverev in Runde eins noch nicht ganz zufrieden über sein Spiel-Level zeigte, gab er sich nun optimistischer: „Mein Level war gut. Es war ganz anständig. Natürlich weiß ich, dass die Gegner immer schwieriger werden und die Dinge sich ändern, je weiter ich komme. Aber ich bin zufrieden darüber, wo mein Level nach zwei Matches ist.“

Am Samstag bekommt es die deutsche Nummer eins mit dem Kanadier Felix Auger-Aliassime zu tun. Achtmal standen sich die beiden bereits gegenüber und die Bilanz spricht für Zverev: 6:2-Siege.

Natürlich ist es ein schwieriges Match-Up. Aber es hat mir in der Vergangenheit ganz gut gelegen und ich hoffe, das wird auch in zwei Tagen so sein.

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US Open: Daniel Altmaier widersetzt sich Tsitsipas-Diskussion

Der Weltranglisten-56. Daniel Altmaier ist ein Spieler, der die Herausforderungen liebt. Dazu zählt es vor allem, gegen große Namen auf den Platz zu gehen und sein Können unter Beweis zu stellen. Zurückhaltend ist der 26-Jährige dabei alle mal nicht.

Schon bei Roland Garros bewies Altmaier mit einem Sieg gegen den Top-5-Spieler Taylor Fritz seine Klasse. Als er am Dienstag gegen Hamad Medjedovic in einem Fünfsatz-Marathon gewonnen hatte und an seine nächste Partie gegen Stefanos Tsitsipas dachte, sagte Altmaier nur: „Das sind solche Matches, die ich unbedingt haben will.“

In der Nacht auf Freitag wurde der Grandstand in Flushing Meadows dann zum Showcourt der nächsten Spektakel. Denn die beiden einhändigen Rückhand-Spieler lieferten sich einen Schlagabtausch nach dem nächsten. Nachdem Altmaier den ersten Satz knapp im Tiebreak für sich entschied, steigerte der Grieche seine Leistungen in den nächsten zwei Durchgängen. Altmaier kam selten zum Zug in den Aufschlagspielen des ehemaligen Weltranglisten-Dritten. Nach etwas weniger als drei Stunden Spielzeit lag der Grieche dann mit 2:1-Sätzen vorne.

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Doch so aussichtslos eine Situation von außen auch scheinen mag, Altmaier gibt nicht kleinbei. Lange Matches? Für ihn kein Problem! „Dafür trainiere ich“, meinte er am Dienstag.

Nachdem Altmaier dann im vierten Satz der dominantere Spieler war, musste die Entscheidung in Durchgang Nummer fünf fallen – und es wurde richtig eng. Immer wieder erarbeiteten sich beide Spieler Breakchancen im Aufschlagspiel ihres Gegners, doch die Verteidigung war zu stark. Bei 5:4 servierte Altmaier gegen den Matchverlust und zum 5:5-Ausgleich – und dann passierte es erneut: ein Breakball für den ein Jahr älteren Griechen, der gleichzeitig der erste Matchball war. Doch Altmaier blieb weiter mutig und aggressiv, wehrte den Matchball ab und spielte sich zum 5:5. Schließlich war es Altmaier, dem das erste Break gelang und der nach vier Stunden und 26 Minuten seinen ersten Matchball verwandelte. Erleichtert legte er sich auf den Platz, bevor er seinem Gegner die Hand schüttelte.

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Nachdem Altmaier seinen ersten Matchball verwandelt hatte, startete Tsitsipas eine Diskussion am Netz.

Nachdem Altmaier seinen ersten Matchball verwandelt hatte, startete Tsitsipas eine Diskussion am Netz.

Daniel Altmaier über Tsitsipas-Diskussion: "Möchte ich nicht preisgeben!"

Aber statt eines „danke“, startete Tsitsipas eine Diskussion. Es schien um Altmaiers Underarm-Serve aus Satz Nummer vier zu gehen. Doch der Deutsche war nicht bereit, sich auf Streitereien einzulassen, trat einen Schritt beiseite und wandte sich dann von Tsitsipas ab.

„Ich möchte das nicht preisgeben“, so Altmaier im Sky Sport-Interview angesprochen auf den Disput.

In der Hitze des Moments kann man manchmal Sachen sagen, die man nicht so meint. Mal sehen, ob er sich noch dazu melden wird. Aber in den Emotionen kann man manchmal Sachen sagen, die man dann zurücknehmen will.

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Altmaier hatte kein Interesse an einem Wortgefecht mit dem Griechen und wandte sich von ihm ab.

Altmaier hatte kein Interesse an einem Wortgefecht mit dem Griechen und wandte sich von ihm ab.

Vielmehr stand sein eigener Erfolg im Fokus: „Ich habe mein Herz hier auf dem Platz gelassen. Für Momente wie diese spiele ich Tennis“, sagte der 26-Jährige. „Es ist schwierig zu beschreiben, wie ich mich fühle. Eine große Erleichterung."

Weiter geht’s für Altmaier am Samstag gegen den Top-Ten-Spieler Alex de Minaur. Mit zwei Marathon-Fünf-Satz-Partien blickt Altmaier zuversichtlich auf die nächste Herausforderung:

„Ich habe mir oft als Ziel gesetzt, bei den großen Turnieren – vor allem Grand Slams – gut zu spielen. Wenn man Bock hat, die Turniere zu spielen und Best-of-Five, dann kommt irgendwo die Energie her. Ich habe schon einige harte Matches in meinem Rucksack als Erfahrung“, sagte er im Gespräch mit sporteurope.tv.