Nadal is making his fourth Olympic appearance (2004, 2008, 2016) and is a two-time gold medalist (2008 singles, 2016 doubles).

Es ist ein entspannter Rafael Nadal, der in der Dominikanischen Republik in seinem ersten Hotel außerhalb Spaniens sitzt und Andy Roddick zum Gespräch eingeladen hat. Seit seinem Karriereende hat die Tenniswelt wenig von Nadal mitbekommen – Roddick und sein Podcast „Served“ sind mit die ersten, die seitdem die Gelegenheit bekamen, länger mit dem Spanier zu sprechen. Dabei herausgekommen ist ein wirklich aufschlussreiches Gespräch auf Augenhöhe.

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Die Stimmung ist gelöst, Nadal witzelt mit Roddick über ihre ersten Duelle (Nadal: „Du hast mich fast mit einem Aufschlag getötet!“ – Roddick: „Ich musste das tun, das wäre der einfachste Weg gewesen!“), Nadal offenbart, dass er Rasen und nicht Hardcourt als seinen zweitbesten Belag nach Asche ansieht. Interessant wird es vor allem dann, als es um Nadals letzten Monate auf der Tour, die Olympia-Eröffnungszeremonie und seine Strategien gegen die anderen beiden der Big-3, Roger Federer und Novak Djokovic, geht. Tennis Channel DE hat für euch die wichtigsten Aussagen der Podcast-Folge zusammengetragen.

Die Zeit vor Nadals Karriereende

„Hier begann der große Prozess“, sagt Nadal rückblickend auf seine Verletzung an der Hüfte aus der Zweitrundenpartie gegen Mackenzie McDonald bei den Australian Open 2023. Wenn Nadal noch weiterspielen wolle, müsse er sich operieren lassen, meinten die Spezialisten damals. Doch schon zu dem Zeitpunkt meldeten sich erste Zweifel bei Nadal. Er dachte sich:

Okay, ich bin 37 Jahre alt. Vielleicht ist es Zeit aufzuhören und sich diesen Prozess nicht mehr anzutun.

Aber er wollte noch weiterkämpfen – schließlich hatte er wenige Monate vorher noch zu den besten Spielern der Welt gehört und im Jahr zuvor seine letzten Major-Titel in Australien und Paris geholt. In Bezug auf sein Tennis habe er sich noch lange danach gut gefühlt – nur die Physis kam nicht wieder auf das Level, auf dem Nadal es gewohnt war, sich zu bewegen.

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Auch wenn die Fans schon früher Abschied von ihm nehmen wollten, war Nadal lange noch nicht bereit. In der Podcast-Folge erinnert sich Roddick etwa an einen Moment beim Masters in Rom zurück, an dem Tausende Fans Nadal „Arrivederci!“ sagen wollten, weil sie sich sicher waren, ihn nicht noch einmal sehen zu können. „Aber ich wollte es nicht“, sagt Nadal über diese Situation. Erst nach Olympia 2024 in Paris habe dieses Gefühl auch beim Spanier selbst eingesetzt:

Nach Olympia kam ich zurück nach Hause und sagte: „Okay, es ist vorbei. Ich fühle es.“ Vorher habe ich es noch nicht gefühlt, ich wollte mir die Zeit geben. Aber danach habe ich gesagt: „Okay, es macht keinen Sinn mehr.“ Als ich das gefühlt hatte, war es für mich vorbei.

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Nadal bei der Olympia-Eröffnungszeremonie

Apropos Olympia – natürlich sprachen Nadal und Roddick auch über die Eröffnungsfeier, bei der Nadal als Nicht-Franzose trotzdem die Ehre hatte, in Paris die Fackel zu tragen. „Es war einer der emotionalsten Momente meiner Karriere, ohne Zweifel“, erzählt Nadal. „Olympia ist etwas anderes. Es ist nicht nur Tennis, es ist das wichtigste Sportevent der Welt.“

Kurz bevor Nadal bei der Zeremonie die Stufen hoch ging, um die Fackel von Fußball-Legende Zinedine Zidane zu übernehmen, seien ihm Tränen in die Augen gestiegen.

Als ich den Moment realisiert habe, habe ich ein bisschen angefangen zu weinen. Und als ich angefangen habe zu weinen, habe ich mir gesagt: Hör auf damit! Jetzt ist nicht der Moment zu weinen. Genieße den Moment und habe Spaß! Ja, es war großartig.

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Dabei wusste Nadal bis kurz vor seinem Auftritt gar nicht, was ihn genau erwartete. Nur, dass er nicht mit dem Rest des spanischen Teams auf dem Boot über die Seine fahren würde, war ihm klar – was seine Rolle bei der Zeremonie sein würde, war bis zuletzt aber komplett geheim.

Ich wusste nicht, was ich tun werde. Erst fünf Minuten vorher, zehn Minuten vorher. Ich wusste nicht, was passieren wird. Irgendwann hieß es: „Es ist Zeit!“ Als wir dann losgelaufen sind, haben sie angefangen, den Ablauf zu erklären.

Bei der Zeremonie die Liebe und die Unterstützung der Menschen an dem wichtigsten Ort seiner Karriere zu fühlen, ist etwas, das Nadal sehr stolz und glücklich gemacht habe. „Ich bin ihnen allen unglaublich dankbar.“

Nadal über seine Strategien gegen Federer und Djokovic

Kaum etwas hat die Karriere von Nadal so sehr geprägt wie seine Rivalität zu Roger Federer und Novak Djokovic. Im Gespräch mit Roddick erklärte Nadal, was seine Strategien in den Duellen mit den anderen beiden Vertretern der Big-3 waren und warum für die Fans wahrscheinlich das Duell gegen Federer attraktiver war als das gegen Djokovic: „Gegen Roger war die Strategie klarer. Ich habe immer versucht, seine Rückhand zu killen. Selbst wenn ich die Möglichkeit hatte, meine Vorhand die Linie entlangzuspielen, habe ich zu mir selbst gesagt: Wenn ich diesen Ball spiele, dann nur aus zwei Gründen. Entweder, um einen Winner zu schlagen, oder um ihn aus der Rückhandseite herauszulocken, um für den nächsten Schlag wieder mehr Platz auf seiner Rückhandseite zu haben.“

Federer auf der anderen Seite habe versucht, das zu unterbinden. Er wollte aggressiv spielen und seine Vorhand einsetzen, die laut Nadal die beste war, gegen die er je gespielt hat.

Es war ein bisschen wie eine Partie Schach. Jeder wusste, was passieren würde.

Am Anfang seiner Karriere habe Federer den Fehler gemacht, seine Rückhand zu häufig mit Spin zurückzuspielen, sodass Nadal die Chance bekam, ihn mit der Vorhand in seiner Rückhandecke festzunageln. Später sei Federer mehr Risiko eingegangen und habe die Bälle früher genommen. Außerdem sei Federers Aufschlag unfassbar schwierig zu lesen gewesen. Über Federer sagte Nadal im Podcast:

Für mich hat er 2017 eine Zeit lang das beste Tennis seiner Karriere gespielt.

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Nadal beendete seine Karriere mit einer Bilanz von 1080:228 und 92 Titeln auf Tour-Ebene.

Nadal beendete seine Karriere mit einer Bilanz von 1080:228 und 92 Titeln auf Tour-Ebene.

Mit Djokovic sei es ein bisschen anders gewesen. In diesen Duellen gab es keine klare Strategie, es ging eher darum, dauerhaft sehr gut zu spielen. „Ich musste immer Dinge anpassen", erinnert sich Nadal.

Ich konnte nicht zu häufig in seine Rückhand spielen, gerade hohe Bälle, weil er dann die Bälle schneller nahm und mich in eine schwierige Position brachte. Also habe ich angefangen, den Slice mehr einzusetzen. Manchmal hat das gut funktioniert.

Außerdem sei es gegen Djokovic eine gute Taktik gewesen, in die Mitte zu spielen, um ihm nicht so viele Winkel zu geben. „In Sachen Ballkontrolle war er der Beste, gegen den ich je gespielt habe. Und den ich je gesehen habe.“