Grigor Dimitrov gave it his all on a brutally humid day in Miami.

Schwer atmend, schweißgebadet und sichtlich mitgenommen, ließ sich Grigor Dimitrov nach seinem packenden Drei-Satz-Erfolg gegen Francisco Cerundolo von gleich zwei Ärzten in der Hard Rock Arena bei den Miami Open behandeln.

„Man konnte hören, dass er sagte, dass ihm schwindelig sei“, kommentierten die Tennis Channel-Kommentatoren das Spektakel auf dem Platz.

Wenige Sekunden zuvor wehrte Dimitrov in der schwülen Hitze im Bundesstaat Florida einen Matchball gegen den Argentinier ab, um erneut ins Halbfinale in Miami einzuziehen. Im vergangenen Jahr hatte der Bulgare hier mit Siegen unter anderem über Yannick Hanfmann, Hubert Hurkacz, Carlos Alcaraz und Alexander Zverev das Endspiel erreicht. Im Finale unterlag er zwar Jannik Sinner, katapultiere sich aber im Anschluss wieder unter die Top-Ten der Weltrangliste.

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2024 holte sich Jannik Sinner den Titel in Miami mit einem 6:3, 6:1-Sieg über Grigor Dimitrov im Finale.

2024 holte sich Jannik Sinner den Titel in Miami mit einem 6:3, 6:1-Sieg über Grigor Dimitrov im Finale.

Dimitrov Viertelfinal-Kampf gegen Cerundolo und seinen Körper

Um in diesem Jahr das Halbfinale zu erreichen, musste der 33-jährige Tour-Veteran aber einige Strapazen auf sich nehmen. Bereits in der dritten Runde musste Dimitrov über die volle Distanz von drei Sätzen in knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit gegen Karen Khachanov gehen. Brandon Nakashima bezwang er dann im Achtelfinale aber in zwei Sätzen und knapp einer Stunde und 24 Minuten Spielzeit.

Gegen Cerundolo war der ehemalige Weltranglisten-Dritte dann aber voll und ganz gefordert. Immer wieder verwickelten sich die beiden Spieler gegenseitig in lange Grundlinien-Duelle. Wie nah an seinen Grenzen Dimitrov, der zuletzt immer wieder wegen Verletzungsproblemen pausieren musste, war, zeigte der erste Ballwechsel im entscheidenden Tiebreak in Durchgang Nummer drei.

Cerundolo scheuchte den 33-Jährigen von der einen Ecke zur nächsten. Doch Dimitrov schaffte es, die Bälle aus den Ecken zu fischen. Erst rettete er sich mit einem hohen Ball, den der 26-Jährige vom Netz aus zurück schmetterte. Doch auch den Schmetterball erreichte Dimitrov und passierte den Argentinier am Netz mit Bravour. Gleichzeitig geriet er aber ins Stolpern, ließ sich fallen und blieb kurzzeitig sitzen. Mit einem schmerzverzerrten Gesicht griff er in Richtung seiner Beine, die nachzugeben schienen. Nichtsdestotrotz spielte er weiter, ebenfalls unbeirrt von Cerundolos Matchball bei 6:5 im dritten Satz, und verwandelte schließlich seinen ersten Matchball zum (6)6:7, 6:4, 7:6(3)-Sieg.

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Miami Open: Was war los mit Grigor Dimitrov?

Ein wirklicher Siegesjubel Dimitrovs nach dem Kampf, der zwei Stunden und 50 Minuten dauerte, blieb aber aus. Er stützte sich auf seinen Knien ab, umarmte dann seinen Gegner, bedankte sich kurz bei dem Schiedsrichter und dem Publikum, bevor er auf seiner Bank Platz nahm und immer heftiger amtete. Während Cerundolo die Arena verließ, bat Dimitrov einen der anwesenden Ärzte: „Kannst du bitte noch eine Sekunde hierbleiben? Ich fühle mich nicht so gut. Mir ist etwas schwindelig.“

Von einem Arzt der ATP ließ er sich schließlich noch auf dem Court durchchecken und den Blutdruck messen. Wenige Minuten stützten dieser sowie ein Physiotherapeut Dimitrov, als er das Stadion verließ. Es war vermutlich nicht der Abgang, den sich der Weltranglisten-15. nach einem solchen Match vorgestellt hatte.

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Kann Grigor Dimitrov seine körperlichen Probleme überwinden und ein weiteres Miami Open Finale erreichen? | TC Live

„Für einen Spieler ist es nie ein schönes Gefühl, wenn die Hitze dich so mitnimmt. Grigor ist ein Veteran da draußen, er weiß, wie er sich um seinen Körper kümmern muss“, beschrieb Tennis Channel-Kommentatorin und Ex-Profi Coco Vandeweghe das Szenario, das sich auf dem Platz abspielte.

„Es war nach dem Match, das Adrenalin verlässt langsam den Körper. Ich habe nur wenige Male nach dem Match gekrampft“, erinnert sich die US-Amerikanerin. „Aber es war immer nach dem Match. Das Adrenalin war weg und mein ganzer Körper verkrampfte im Eisbad. Ich dachte mir: ‚Cool, vielleicht werde ich ertrinken‘“, blickt Vandeweghe zurück. „Aber ich bin nicht ertrunken, ich habe überlebt!“

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Nicht der erste Zwischenfall in Miami

In der Tat ist es nicht das erste Mal, dass ein Tennisprofi Probleme mit der Hitze und der Feuchtigkeit bei dem 1000er-Turnier in Florida hat. In der Vergangenheit erlitten schon zahlreiche Spielerinnen und Spieler im Rahmen der Miami Open Schwächeanfälle.

Vor ziemlich genau einem Jahr brach der Franzose Arthur Cazaux mitten in seinem Match gegen Harold Mayot zusammen. Er musste sogar im Rollstuhl vom Platz gefahren werden und verbrachte im Anschluss eine Nacht im Krankenhaus.

Im gleichen Jahr hatte auch Matteo Berrettini Schwierigkeiten, sich an die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit anzupassen. Anders als Cazaux realisierte er allerdings schneller, dass es ihm nicht gut ging, und konnte so eine Pause einfordern.

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2021 erwischte es den Briten Jack Draper und 2019 war es der deutsche Nachwuchsspieler Nicola Kuhn, dessen Körper im Match gegen Mischa Zverev unter den Temperaturen aufgab.

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Glück im Unglück hatte Dimitrov in diesem Jahr aber dahingehend, dass er sein Viertelfinale gegen Cerundolo erfolgreich beenden konnte. Zwar musste der Bulgare alle Medientermine im Anschluss absagen, nun hat er aber einen Tag spielfrei, an dem er sich regenerieren kann.

Am Freitag spielt er dann gegen den Sieger der Partie zwischen Novak Djokovic und Sebastian Korda um den Einzug ins Halbfinale.