Indian Wells Zverev, Swiatek, Djokovic

Sieben Tage sind bereits im Tennis-Paradies in Indian Wells gespielt. Und schon in den ersten Runden gab es die ein oder andere Überraschung – vor allem bei den Herren. Die Top-Ten der Damen hingegen glänzen bislang mit Beständigkeit.

Indian Wells: Einige Topstars schon vorab mit großen Fragezeichen

Schon kurz vor Beginn des kombinierten 1000er-Turniers in der kalifornischen Wüste war es gar nicht so leicht haushohe Favoriten auszumachen. Da Weltranglisten-Erste Jannik Sinner bis Anfang Mai wegen seiner Dopingsperre auf der Tour fehlt, ging Alexander Zverev als Topgesetzter bei den Herren ins Rennen. Doch der Deutsche blickte noch vor Turnierstart eher ernüchtert auf die Wochen, die er beim Lateinamerika-Swing absolviert hatte. Denn sowohl in Buenos Aires als auch in Rio de Janeiro scheiterte er im Viertelfinale. In Acapulco sogar schon eine Runde zuvor.

Auch interessant: Zverev vor Indian Wells – "Will wieder meinen Ryhthmus finden!"

Advertising

"Das wusste ich nicht" – Alexander Zverev über die neuen Plätze in Indian Wells

Auch der an Rang zwei gesetzte Carlos Alcaraz überraschte bei seinem Vorbereitungsturnier in Qatar mit einer frühen Niederlage gegen Jiri Lehecka im Viertelfinale. Wie fit er in Indian Wells anreisen würde, blieb vorerst mit einem Fragezeichen.

Gleiches galt für Daniil Medvedev, Taylor Fritz und Novak Djokovic. Medvedev absolvierte bislang eine eher durchwachsene Saison, während Fritz mit einer Bauchmuskelverletzung zu kämpfen hatte und deshalb verletzungsbedingt in Acapulco pausierte. Djokovic schien nach seinem Halbfinal-Aus in Melbourne, wo er gegen Zverev aufgeben musste, ebenfalls noch nicht bei 100 Prozent angekommen zu sein. Denn in Qatar gab er sein erstes Match mit 6:7, 2:6 an Matteo Berrettini ab.

Doch auch wenn viele der Top-Herren nicht in Bestform nach Kalifornien reisten, stieg die Erwartungshaltung, dass sie in Indian Wells wieder zu ihrem Rhythmus finden würden.

Advertising

Bei den Top-Damen, die in den vergangenen Jahren eher inkonstant auftraten und meist keine klare Top-Favoritin auf einen Titel ausmachen konnten, schien sich das Bild langsam gewendet zu haben. Denn mit der Weltranglisten-Ersten Aryna Sabalenka, Iga Swiatek und Coco Gauff hatten sich über die vergangenen Monate klare Größen herauskristallisiert.

Dennoch konnte keine dieser drei Damen nach den Australian Open einen Titel gewinnen – ganz im Gegenteil. Sabalenka verlor ihr erstes Match in Qatar gegen Ekaterina Alexandrova und schied auch in Dubai nach mit ihrer zweiten Partie aus. Swiatek erreichte zwar in Qatar das Halbfinale und in Dubai die Runde der letzten Acht, konnte ihre eigentliche Dominanz gegen Spielerinnen wie Jelena Ostapenko und Mirra Andreeva aber nicht unterstreichen. Die dritte im Bunde, Coco Gauff, kassierte in Qatar und Dubai jeweils eine Niederlage in ihrer ersten Partie.

Advertising

Bei den beiden 1000er-Turnieren in Qatar und Dubai kassierte Aryna Sabalenka jeweils eine frühe Niederlage. In Indian Wells ging sie aber nach wie vor als topgesetzte Favoritin ins Rennen.

Bei den beiden 1000er-Turnieren in Qatar und Dubai kassierte Aryna Sabalenka jeweils eine frühe Niederlage. In Indian Wells ging sie aber nach wie vor als topgesetzte Favoritin ins Rennen.

Indian Wells 2025: Sabalenka, Swiatek & Co. wieder zurück in Topform?

Nun, nach sieben Spieltagen im Tennis-Paradies, scheinen die Karten wieder etwas neu gemischt zu sein. Denn ein Blick auf die Ergebnisse der Damen verrät: Die Topspielerinnen scheinen wieder zurück zu sein und den Titel fest im Visier zu haben.

Denn sowohl Sabalenka als auch Swiatek und Gauff sind nach wie vor im Rennen um ihren ersten 1000er-Titel in dieser Saison. Während bislang weder Sabalenka gegen McCartney Kessler noch Swiatek gegen Caroline Garcia und Dayana Yastremska einen Satz abgegeben haben, hatte Gauff in ihrer ersten Partie gegen Moyuka Uchijima über drei Durchgänge etwas zu kämpfen.

Doch die größten Konkurrentinnen der Top-Drei, wie Australian-Open-Siegerin Madison Keys oder ihre Landsfrauen Jessica Pegula und Emma Navarro sowie Jasmine Paolini, Elena Rybakina und Qinwen Zheng spielen weiterhin um den großen Titel mit.

Advertising

Gauff hatte gegen Uchijima Probleme beim Aufschlag und mit ihrer Vorhand, aber ihr Kampfgeist war erstklassig.

Gauff hatte gegen Uchijima Probleme beim Aufschlag und mit ihrer Vorhand, aber ihr Kampfgeist war erstklassig.

Indian Wells 2025: Bittere Niederlagen für Top-Herren

Im Gegenzug dazu steht diesmal das Herren-Feld. Denn bereits am Freitag verabschiedete sich mit Zverev der Topgesetzte in seinem ersten Match. Nach einem Freilos in der ersten Runde, wehrte der 27-Jährige gegen Tallon Griekspoor zwar noch fünf Matchbälle ab und rettete sich in den entscheidenden Tiebreak, dort hatte er aber später das Nachsehen. Damit rückte auch ein Ziel von Zverev, nämlich die Führung der Weltrangliste zu übernehmen, erstmal in weite Ferne – wie er später in der Pressekonferenz erklärte.

Jetzt lesen: Alexander Zverev denkt vorerst nicht mehr an Rang eins der Weltrangliste

Advertising

Zverev über Nummer eins: "Muss erst mein Spiel finden"

Neben Zverev scheiterten aber mit Novak Djokovic, Casper Ruud und Andrey Rublev drei weitere Profis, die unter den Top Acht gesetzt waren. Sie alle verloren ihr erstes Match nach einem Freilos in Runde eins.

Advertising

Carlos Alcaraz, Daniil Medvedev und Taylor Fritz hingegen scheinen langsam wieder in die Spur zu finden. Während Medvedev bereits mit zwei Siegen (darunter aber eine Aufgabe von Alex Michelsen) im Achtelfinale steht, müssen Alcaraz und Fritz noch ihr zweites Match bestreiten, um sich einen Platz im Achtelfinale zu erkämpfen.

Die beiden Niederländer Tallon Griekspoor, der Zverev-Bezwinger, und Botic van de Zandschulp, der Djokovic am Samstag aus dem Turnier gekegelt hatte, wirbeln dafür in der Zwischenzeit das Feld auf. Beide waren auch in ihren folgenden Matches erfolgreich und könnten ihrem Ruf des "Favoriten-Schrecks" nun weiterhin alle Ehre machen.

Advertising

Aus deutscher Sicht allerdings sind alle Einzel-Spielerinnen und Spieler ausgeschieden. Denn sowohl Jule Niemeier als auch Jan-Lennard Struff und Lucky Loserin Eva Lys mussten sich in ihren ersten Partien geschlagen geben.

Immerhin sind noch zwei deutsche Profis im Doppel vertreten: Laura Siegemund mit Beatriz Haddad Maia und Alexander Zverev mit Marcelo Melo. Constantin Frantzen verlor an der Seite seines neuen Doppelpartners Alexander Erler die Auftaktpartie am Sonntag gegen Sebastian Korda und Jordan Thompson.